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 175 Jahre Jubiläumsreise 
Nala Geschrieben von Nala Rubischon (Link) am Montag, 10. August 2015, 16:32
aus dem böötli dept.

Mein letzter Eintrag hat Euch die Möglichkeit gegeben, mitzuerleben, wo ich gerade am rumschippern bin. Inzwischen bin ich leider bereits wieder fast 3 Wochen zuhause. Zumindest körperlich.

Geistig hänge ich immer mal wieder in den drei Wochen. Drei Wochen die so speziell waren, dass ich nicht weiss, wie ich Euch das beschreiben könnte.

Da war zuerst die Reise von Hamburg via Southampton, Liverpool nach Halifax, Boston und New York. die 175 Jahre Jubiläumsreise. Cunards Britannia fuhr am 4. Juli 1840 zum ersten Mal die Transatlantikpassage Liverpool-Halifax-Boston als regelmässige Route. Diese Strecke hat dieses Jahr die Queen Mary 2 nachgefahren. Und was wir in diesen zwei Wochen alles erlebten war unglaublich. Das fing bei verschiedenen Vorträgen zu den Themen an und ging über viele spezielle Abendessenkarten die zusätzliche Informationen enthielten bis hin zu einem Buch, das wir geschenkt bekamen. Das hiess Musik der Irish Guard in Southampton - die Red Arrows konnten leider nichts vorführen, da wo sie am Boden stationiert waren, war schlecht Wetter, dass sie nicht starten konnten. Das hiess ein Wahnsinnskonzert mit Musik, Redner und Bildern in der Kathedrale von Liverpool. Das hiess Feuerwerk in Liverpool und Boston. Das hiess Böllerschüsse in Halifax sowieo Eskorte von speziellen Tug-Booten.

Die Rückreise von New York via Halifax nach Southampton war dann wesentlich ruhiger was "Action" betraf. Und das war auch dringend nötig. Soviel zu sehen und zu erleben braucht seine Zeit um verarbeitet zu werden. Wo geht das besser, als auf dem Schiff während 5 Tagen auf See.

In diesen drei Wochen haben wir unglaublich viele Leute - Passagiere wie auch Crew-Mitglieder - kennen gelernt. Haben zu vielen eine Beziehung aufgebaut, die mich nach wie vor in erstaunen versetzt. Ich vermisse diese Leute, würde lieber heute als morgen zurück aufs Schiff. Dabei sind die meisten Passagiere gar nicht mehr an Bord... Wir waren nach kurzer Zeit auf fast dem ganzen Schiff als "the dancers" bekannt. Wurden xmal angesprochen auf unsere Tanzkünste. Mehr noch, als die letzten Reisen vor 2 bzw. 3 Jahren.

Commodore Ron Warwick erzählte uns über seine Zeit auf den Cunardschiffen, Maureen Ryan fesselte uns mit ihren Anekdoten als Social Hostess und Sir Stephen Payne zeigte uns seinen Weg, die Queen Mary 2 zu konstruieren. Bill Miller, Chris Cowe und John Langley rundeten die illustre Gastrednerrunde ab. Neben dieser Nahrung für die Hirnzellen gab es natürlich auch Gaumenschmaus. Das begann beim Frühstück, über Mittagessen zum Afternoon Tea und Abendessen. Allerdings war Afternoon Tea wohl jeweils ein Highlight, auch weil wir dort mit all den Menschen zusammenkamen, die wir auf dem Schiff kennen- und lieben lernten.

Die Reise wird mir immer in Erinnerung bleiben und ich habe im Taxi geweint, als wir unser zweites Zuhause - denn so fühlt sich der Aufenthalt auf der Queen Mary 2 an - verlassen musste. Immerhin weiss ich, dass wir bald wieder an Bord sein dürfen. Im Januar gehts zurück in die zweite Heimat und wir werden einige Tage länger bleiben als 3 Wochen.

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