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 Raus aus den Schulden 
Labberfaselbla Geschrieben von Priska Rubischon (Link) am Mittwoch, 25. April 2007, 16:35
aus dem in-TV-starr dept.

Während meiner Erholungswoche hab ich natürlich nicht nur im Buch gelesen, das wär mir dann doch zu anstrengend gewesen. Neben allem anderen hatte es also viel Platz für ausgiebige TV-Stunden. Mal davon abgesehen, dass ich Privatsender je länger je schlimmer finde erzähl ich Euch heute mal meine Gedanken, als ich die Serie Raus aus den Schulden auf RTL geschaut habe.

Nun, dass man Schulden macht kanns ja immer mal geben. Aber manchmal frag ich mich echt, wo die Menschheit rechnen gelernt hat. Da gibt es Leute, die ihre Einnahmen und Ausgaben so absolut nicht im Griff haben, dass mir kalt den Rücken runter läuft.

Das Paar verdiente mit allen Einkünften so um die 1400.- Euro, wobei unklar war wie lange noch, weil dem Ehemann die Kündigung ins Haus stand (die aber noch nicht ausgesprochen war) und weil sie das Kindergeld nicht mehr lange bekommen sollte. Ist ja nicht gerade viel Geld, dass die beiden da zur Verfügung hatten, aber dann kamen die fixen Ausgaben und das war echt der Hammer. Sie hatten bei mindestens 3 Verwandten Schulden abzubezahlen (jeweils um die 50.- Euro/Mt.), Miete war mit 700.- Euro auch recht hoch und dann noch dies und das und jenes - wie es halt so mit den festen Verpflichtungen ist. Nach dem Strich darunter blieb den beiden gerade mal noch 180.- Euro pro Monat für Essen und so. Und das für eine 4köpfige Familie!

Der Schuldenberater wusste irgendwie gar nicht so genau, wie die beiden damit überhaupt auskommen konnten. Und die beiden auch nicht. Aber es war wohl auch endlich mal klar, welche Misswirtschaft da zu lange stattfand. Gemeinsam mit dem Schuldenberater gings dann darum, dass er eine gewisse Schuld von seinem Exarbeitgeber senken konnte, sie ging auf eigene Jobsuche und wird nun als Tagesmutter arbeiten, das gibt wenigens einige Euro in die Kasse. Bei richtiger Berechnung und wenn alles klappt, hätte das Paar dann neu 800.- Euro monatlich für Essen und dergleichen zur Verfügung. Schon viel besser oder?

Das Beispiel zeigte mir mal wieder, dass wir an der Schule den absoluten Schrott lernen. Wir können zwar die 100ste Wurzel aus Pi ziehen, haben aber keine Ahnung über die Einnahmen und Ausgaben im Leben. Wie man ein korrektes Budget erstellt, das einfach mal aufzeigt, was kommt rein und was geht raus.

Ich hatte damals schon in der Lehre mit einer absolut kleinen Buchhaltung angefangen. In einem Heft schrieb ich Datum, Text, Einnahme, Ausgabe und Total hin. Und so hatte ich meine Ausgaben jederzeit im Griff. Inzwischen ist das ganze etwas grösser geworden - nur schon die fixen Kosten ;-). Und doch weiss ich jederzeit wie es mit den Zahlen aussieht. Kommt genug rein? Wenn nein, wo kann ich sonst was einsparen? Und zwar nicht, da wo es wenig bringt, sondern eben da wo grosse Budgetposten vorhanden sind.

Da ich unser persönliches Budget nicht hier reinstellen möchte, zeig ich Euch an einer fiktiven Aufstellung, wie man sich die Einnahmen und Ausgaben vor Augen führen kann. Ebenfalls ein gute Vorlage findet man bei ASB.

Einnahme
Lohn                             6'000.-
13. Monatslohn                     500.-

Ausgaben
Miete                            1'500.-
Telefon                            200.-
TV/Radio                            38.-
Krankenkasse                       600.-
Versicherung
  Privathaft/Hausrat      500.-
  Rechtschutz             320.-    820.-
Steuern
  Dir. Bundessteuer
  (500.-/Jahr)             42.-
  Staats-/Gemeindesteuer
  (6'000.-/Jahr)          500.-    542.-
Auto (Smart)
  Haftpflicht, Kasko      
  (1'475.-/Jahr)          123.-
  Strassenverkehrsabg.
  (220.-/Jahr)             18.-
  Vignette
  (40.-/Jahr)               3.-    144.-
  Benzin                           150.-
  Service                          200.-
Haushalt
  Essen, Kosmetik,
  Waschmittel etc.               2'306.-
Ok, die Zahlen sind alle sehr fiktiv, ich weiss nämlich z.B. nicht, wieviel Steuern man bezahlt, wenn man 6'000.- verdient. Aber das kann ja nun jeder für sich selber eintragen, Ihr wisst ja selber, wo Ihr wieviel ausgebt. Ev. habt Ihr noch andere Fixkosten. Z.B. Auto nicht, dafür ein GA? Allenfalls viele Vereinsbeiträge und Abonnementskosten (die können auch ziemlich zu Buche schlagen!).

Von den restlichen 2'300.- die für Haushalt übrig bleiben, müssen allerdings auch Kleider bezahlt werden. Diverse Rechnungen wie Zahnarzt, Arzt usw. Es bleibt also letztendlich nicht so viel zum Leben!

Bevor Ihr also gross Schulden macht (übrigens am einfachsten, wenn man schon gar nie einen Kleinkredit aufnimmt, denn dann gehts meistens nur noch abwärts), schaut zuerst, wieviel Geld ist vorhanden und dann gibt man eben nicht mehr aus als man hat. Und wenn doch schon Schulden angehäuft sind, wendet Euch an einen Schuldenberater - gibts in vielen Gemeinden gratis. Kleine Tipps kann ich vielleicht auch geben, wenn Ihr nicht zu einem Berater wollt. Wichtig ist halt, dass Ihr *Euch* gegenüber ehrlich seit. Also nicht irgendwelche Ausgaben "verheimlichen".

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Das Kleingedruckte: Der Besitzer der folgenden Kommentare ist wer immer sie eingeschickt hat. Wir sind in keiner Weise für sie verantwortlich.

  • schuldenberatung.niederrhein@googlemail.com Re: Raus aus den Schulden
    Geschrieben von mPunkt (Link) am Dienstag, 8. Mai 2007, 12:54

    Hi,

    ich finde Deinen Standpunkt interessant und gebe Dir größtenteils recht, aber es gibt leider viel zu viele Menschen, die unverschuldet sich verschultet haben. Leider haben wir immer wieder mit solchen menschen und diesem schwierigen Thema der Überschuldung/Insolvenz zu tun.

    Lg
    mPunkt www.private-schuldenberatung-niederrhein.de

  • supnova@vtxmail.ch Re: Raus aus den Schulden
    Geschrieben von Michel am Samstag, 2. Februar 2008, 17:16

    willst du eine bessere und genauere liste kann dir eine mailen wo sehr präszise ist bis auf den cent

    • beat@0x1b.ch Re: Raus aus den Schulden
      Geschrieben von Beat Rubischon (Link) am Samstag, 2. Februar 2008, 17:29

      Das mit dem bis auf den cent kann nicht sein, denn ein Budget ist etwas sehr Individuelles. Ich nehme nicht an, dass wir beide exakt denselben Betrag verdienen und dieselben Lebenskosten haben ;-)

      Entsprechend bleibt nur Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und allenfalls eine persönliche Beratung.